Neurodivergenz

Neurodiversität ist ein Konzept, das die Vielfalt des menschlichen Gehirns beschreibt. Alle Gehirne haben unterschiedliche Denk- und Wahrnehmungsmuster und eine unterschiedliche Informationsverarbeitung. Man geht davon aus, dass Gehirne der «gesellschaftlichen Norm» entsprechen können und werden deshalb als neurotypisch bezeichnet. Menschen, deren Denk- und Wahrnehmungsmuster «von der gesellschaftlichen Norm» abweichen, werden als neurodivergent bezeichnet.

Das Konzept der Neurodiversität betont die Natürlichkeit und Bedeutung dieser Vielfalt.

Nachfolgend finden Sie sämtliche Diagnosen, die zur Neurodivergenz dazugehören und welche mit unserem Angebot abgedeckt werden.

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Autismus-Spektrum

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«Autismus ist eine neurobiologische Besonderheit, die manche Menschen schwer einschränkt und anderen aussergewöhnliche Fähigkeiten verleiht (oder sehr oft beides).»

Autismus ist ein Spektrum. Das bedeutet, dass es eine grosse Variationsbreite gibt und dass sich Menschen im Autismus-Spektrum stark voneinander unterscheiden. Das bedeutet aber auch, dass es Menschen im Autismus-Spektrum gibt, die einen hohen Unterstützungsbedarf haben und andere, die einen geringen Unterstützungsbedarf aufweisen. Vor allem stark maskierende Autist:innen (die sich mit viel Energieaufwand an die neurotypischen Anforderungen anpassen und buchstäblich eine Maske aufsetzen) wirken nach aussen angepasst und benötigen daher weniger Unterstützung.

Typische Merkmale des Autismus-Spektrums sind eine andere Art des Denkens und Verhaltens, der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung, stereotype Verhaltensweisen (siehe Bildreihe unten „Sechs Arten des Stimmings“) sowie Auffälligkeiten in der zwischenmenschlichen Kommunikation und Interaktion.

Achtung: Ein Online Selbsttest ersetzt keine offizielle Diagnose. Es hilft, Verhaltensweisen zu verstehen und einen ersten Verdacht einzuordnen.

AD(H)S (Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung)

Die Diagnose AD(H)S ist eine neurobiologische Disposition, bei der die Informationsübertragung zwischen den Nervenzellen im Gehirn verändert ist. Die Diagnose zeigt sich in drei verschiedenen Formen: Der unaufmerksame Typ, der hyperaktiv-impulsive Typ und der kombinierte Typ.

Den Betroffenen fehlt ein Filter, der Wichtiges von Unwichtigem trennt. Es kann für sie sehr schwierig sein, auftretende Impulse zu unterdrücken und nicht sofort darauf zu reagieren.

Folgende altersunabhängige Merkmale sind immer vorhanden:

  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörung
  • Störung der Wahrnehmung und Informationsverarbeitung
  • Störung der Gedächtnisbildung (= Abspeicherung)

Wichtig: Die Diagnosen Autismus und ADHS (= AuDHS) gehen in vielen Fällen Hand in Hand. Man geht davon aus, dass 22 bis 82 % der Personen mit ADHS auch im Autismus-Spektrum sind und 30 bis 65 % der Autist:innen auch ADHS haben. Durch die Wechselwirkung der beiden Diagnosen passen die Symptome nicht in das klassische Bild und so fallen Menschen mit AuDHS eher durch das Raster. Sie werden nicht, falsch oder nur halb diagnostiziert.

Achtung: Ein Online Selbsttest ersetzt keine offizielle Diagnose. Es hilft, Verhaltensweisen zu verstehen und einen ersten Verdacht einzuordnen.

adhs

Hochsensibilität (HSP = High Sensitive Person)

a woman feeling lonely and isolated in a crowded place, surrounded by people yet emotionally distant, expressing solitude, introspection, and urban human emotion.

Hochsensibilität ist im Gegensatz zu AD(H)S, AuDHS, Hochbegabung und dem Autismus-Spektrum keine offizielle Diagnose, sondern ein Persönlichkeitsmerkmal. Dennoch gibt es viele Überschneidungen mit den oben genannten Diagnosen, weshalb Hochsensibilität auch zu den Neurodivergenzen gehört. Hochsensible Menschen nehmen ihre Umwelt ebenfalls intensiver wahr, haben einen feinen Sinn für Details, sind reizempfindlicher und brauchen auch viel Zeit zur Erholung.

Man geht davon aus, dass etwa 20 % der Bevölkerung hochsensibel sind und dass dieses Persönlichkeitsmerkmal vererbt wird.

Hochbegabung

Auch Personen mit einem überdurchschnittlichen Intelligentsquotient (IQ) beziehungsweise mit einer über dem Durchschnitt liegenden intellektuellen Begabung werden als hochbegabt eingestuft und gehören ebenfalls zur Gruppe der Neurodivergenz.

Personen mit einer Hochbegaung sind reizempfänglich, detailorientiert und haben sehr feine Antennen. Hochbegabte Personen können Auffälligkeiten in der sozialen Interaktion aufweisen, jedoch sind diese weniger stark ausgeprägt als beim Autismus-Spektrum. Aufgrund der klaren und meist sachlichen Interessen ist der Freundeskreis von hochbegabten Personen eher klein. Personen können als sehr introvertiert, schüchtern, zurückhaltend oder unsicher wahrgenommen werden. Ein wesentlicher Unterschied zum Autismus-Spektrum liegt darin, dass Hochbegabung keinen Einfluss auf die Kommunikationsfähigkeit hat.

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